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Herzlich Willkommen

Grußwort des Präsidenten

Rudolf von Sandersleben

Die deutsche Wiedervereinigung brachte den Menschen in unserem seit 1945 zerrissenen Vaterland vor allen Dingen auch die Freiheit, ihr Leben wieder weitgehend selbst zu bestimmen. Zu der neuen Freiheit gehörte nach zwei Diktaturen auch, dass Menschen sich wieder in freiheitlichen Vereinen oder gesellschaftlichen Clubs zusammenfinden konnten. So war es nur konsequent als 1993 einige in Leipzig lebende Persönlichkeiten, die aus Ost- und Westdeutschland stammten, sich entschlossen, den Wirtschafts-Club Leipzig e.V. (WCL) zu gründen. Sie wurden dazu auch von Freunden des Industrie-Club e.V. Düsseldorf, Der Übersee-Club e.V. Hamburg und einigen anderen befreundeten deutschen Clubs inspiriert. Mit prominenten Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Kultur, Erziehung, Verwaltung und Justiz treffen sich die Mitglieder, um über Probleme der Gegenwart und Zukunft unseres Landes nachzudenken und gute Argumente für ihren Umgang mit Entscheidungsträgern zu sammeln. Eine funktionierende Gesellschaft muss ermöglichen, frei zu debattieren und daraus erforderliche Vorgehens- und Handlungsweisen abzuleiten. Dazu gehört natürlich das offene Wort untereinander, aber auch gegenüber den Verantwortlichen zu möglichen Fehlentwicklungen  in unserer Gesellschaft, also eine verantwortungsbewusste und konstruktive Streitkultur.

Der deutsche Reformpädagoge Dr. Kurt Hahn hielt einmal fest, dass zu einer gesunden Streitkultur der Gegensatz gehöre  „Zu diskutieren ohne zu streiten, zu streiten ohne zu verleumden." Diesen Grundsatz haben meine Vorgänger als Präsidenten auch stets in ihrem eigenen Wirken für ein harmonisches und freundschaftliches Miteinander unserer Mitglieder beherzigt. Über 150 Persönlichkeiten und Entscheidungsträger aus Deutschland und dem Ausland sind in den letzten Jahren gerne zu uns nach Leipzig als Vortragende gekommen und haben uns zu unserem eigenen gesellschaftlichen Engagement wertvolle Anregungen vermittelt. Ziel bleibt es, uns kritisch, aber stets konstruktiv, in gesellschaftliche Entwicklungsprozesse auch weiterhin einzubringen.

Ihr Rudolf von Sandersleben

Kommende Veranstaltungen

Mitgliederversammlung

Mitgliederversammlung

Datum, Zeit:

Do, 04.05.17 - 19:30 Uhr

Veranstaltungsort:

Schlobachhaus
Auenstraße 14
04178  Leipzig

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Club-Nachrichten

Felix Hufeld über "Chancen und Herausforderungen der Finanzaufsicht"

Herr Hufeld führte in seinem gut besuchten Vortrag am 19.10.2017 aus, dass die bald 2.800 Mitarbeiter starke Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Kreditinstitute, Finanz- und Zahlungsdienstleister, Versicherer, Pensionsfonds, Kapitalverwaltungsgesellschaften und den Wertpapierhandel in Deutschland beaufsichtige. Neben der solvenzbasierten Aufsicht, die sich vor allem auf quantitative Vorgaben stützt, betreibe die BaFin auch Verhaltensaufsicht. In der Verhaltensaufsicht gehe es unter anderem darum, Standards durchzusetzen, die das Vertrauen der institutionellen und privaten Anleger in die Finanzmärkte wahrten. Dazu bekämpfe die Aufsicht beispielsweise Insidergeschäfte und Marktmanipulation.

Mit dem Kleinanlegerschutzgesetz habe der Gesetzgeber 2015 den kollektiven Verbraucherschutz als zusätzliches Aufsichtsziel für alle Geschäftsbereiche der BaFin gesetzlich verankert. Herr Hufeld erläuterte außerdem, wie sich BaFin und Bundesbank in Deutschland die Bankenaufsicht teilten, wobei die hoheitlichen Aufsichtsbefugnisse bei der BaFin lägen. Er wies auf die Vorteile hin, die eine Integrierte Behörde, welche die Aufsicht über verschiedene Branchen in sich vereint, biete. So helfe der sektorübergreifende Blick etwa, Dinge aus verschiedenen Richtungen zu betrachten, beispielsweise die Folgen der Niedrigzinspolitik oder die zahlreichen aufsichtlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Brexit.

Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrages war das zum 1. Januar 2011 an den Start gegangene Europäische Finanzaufsichtssystem, das dazu geführt habe, die bislang im Wesentlichen national ausgeübten Aufsichtstätigkeiten in einen stärkeren europäischen Kontext zu stellen. Eine echte Neuerung sei die Scharfschaltung des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism – SSM) unter Leitung der Europäischen Zentralbank (EZB) im November 2014 gewesen. Erstmals sei hartes aufsichtliches Verwaltungshandeln europäisiert worden. Der SSM beaufsichtige seither die rund 130 bedeutendsten Institute oder Institutsgruppen (Significant Institutions – SIs) aus den 19 Staaten des Euroraums – darunter rund 20 deutsche – unmittelbar. Dies geschehe in gemeinsamen Aufsichtsteams, in denen BaFin-Beschäftigte mit Aufsehern aus dem gesamten Euroraum zusammenarbeiteten.

Zuletzt ging Herr Hufeld auf die neuen Risiken durch Cyberangriffe ein. Interne und externe Attacken, die nicht nur Unternehmen gelten, würden ganze Branchen und die Finanzmärkte insgesamt gefährden. Die BaFin habe darauf unter anderem mit konkreten Bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT (BAIT) reagiert, die in einem eigenen Rundschreiben veröffentlicht wurden. Die BAIT sollten vor allem das Bewusstsein für IT-Risiken in den Instituten erhöhen – auch im Verhältnis zu den IT-Auslagerungsunternehmen. In absehbarer Zeit werde es auch für die Versicherungsaufsicht ein vergleichbares Rundschreiben „Versicherungsrechtliche Anforderungen an die IT“ (VAIT) geben. Außerdem hob Hufeld die gute Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hervor.

Industrieclub Thüringen e.V. - Neuer Partnerclub

Wir freuen uns den Industrieclub Thüringen e.V. mit Sitz in Weimar nun zu unseren Partnerclubs zählen zu dürfen.

Neues Mitglied: Herr Stefan Leermann

Der Wirtschafts-Club Leipzig e. V. begrüßt Herrn Stefan Leermann, Geschäftsführer der S-Beteiligungen,  als persönliches Mitglied in seinen Reihen.