Dr. Joachim Wicke, Vorstandsvorsitzender der Hydrogen Power Storage & Solutions East Germany e.V.

Vortrag "Grüner Wasserstoff"

Herr Dr. Wicke, Vorstand der Hydrogen Power Storage and Solutions East Germany, zeigt anhand von Beispielen, dass die Nutzung von Wasserstoff in Deutschland weit verbreitet ist.

So fahren Gabelstapler von Linde, Streetscooter, Müllfahrzeuge, Busse, ja sogar Regionalzüge bereits mit Wasserstoff. Die deutsche Ingenieurskunst hat diese Produkte bereits serienreif gemacht, allerdings nur in Kleinserien. 

Der Primärenergiebedarf der BRD beläuft sich auf 3.819 TWh. Um diesen Energiebedarf zu decken, werden zu 34,6 % Mineralöl, zu 23,7 % Gas, zu 11,0 % Steinkohle, zu 11% Braunkohle und zu 6,1 % Kernenergie produziert bzw. importiert. Lediglich 13,2% wird aus erneuerbaren Energien, davon 2,8 % aus Windkraft, 1,1 % aus Photovoltaik und der Rest aus Biomasse erzeugt. Der größte Teil des Gesamtbedarfes an Energie wird zur Erzeugung von Strom und Wärme, sowie in der Chemischen Industrie und im Transportbereich verbraucht. Es stellt sich die Frage, wie bei Wegfall von Kohle und Kernenergie der Energiebedarf ersetzt wird. Nach Meinung verschiedener Institute und Forschungseinrichtungen können in Deutschland maximal 1.000 TW des Primärenergiebedarfes regenerativ hergestellt werden. 

Die Spaltung (Elektrolyse) von H2O in H2 und O2 im globalen Maßstab  wäre eine geeignete Lösung um den Primärenergiebedarf in Deutschland vor allem durch Import dieses Rohstoffs zu decken. Aktuell verbraucht die BRD 19 Mrd. m³ Wasserstoff pro Jahr, welcher heute im Wesentlichen durch den klimaschädlichen Dampfreformprozess aus Erdgas und Wasserdampf erzeugt wird. 

Um die Versorgung im Land mit regenerativ erzeugtem Wasserstoff im Land zu stärken, fordert Herr Dr. Wicke eine angemessene CO2-Steuer, die Anpassung von Steuern und Abgaben für Elektrolysestrom, die Harmonisierung der europäischen Förderrichtlinien, die OPEX-Förderung des Deltas zum Grenz-Wasserstoff und die CAPEX-Förderung der Kostendifferenz bei gleichzeitigem Ausbau von Energiespeichern/Kavernen. Somit würde die Technologie neben der Selbstversorgung auch die Exportfähigkeit der Deutschen Wirtschaft in der globalen Wasserstoffwirtschaft sicherstellen.

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