Botschafter Rüdiger von Fritsch zu Gast im Wirtschafts-Club Leipzig e.V.

Der Vortragsabend mit dem deutschen Botschafter in Russland, Rüdiger von Fritsch, wurde vom Oberbürgermeister der Stadt Leipzig eröffnet. Im Hinblick auf das angespannte Verhältnis zwischen Russland und dem Westen wies dieser daraufhin, dass zwischen den Städten beider Seiten bereits Handel betrieben werde, wohingegen die Nationalstaaten noch diskutierten. In diesem Zusammenhang unterstrich er die Notwendigkeit des grenzübergreifenden Miteinanders auf kommunaler Ebene.


Botschafter von Fritsch führte an diesem Abend aus, dass Russland zu keinem anderen Land historisch so enge Beziehungen unterhalten habe wie zu Deutschland – das gelte gerade auch für die Wirtschaft. Durch den Ukraine-Konflikt seien die Beziehungen jedoch stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Um eine weitere Eskalation des Konfliktes zu verhindern und dem Vertrauensbruch zu begegnen, habe die EU auf die Annexion der Krim mit Sanktionen und einem beharrlichen Dialogangebot reagiert. Deutschland setze sich weiter nachhaltig für eine Lösung des Konflikts ein, zum Beispiel durch eine VN-Mission im Donbass, auch wenn die derzeitige weltpolitische Lage alles andere als günstig sei.  
Das langfristige Ziel müsse sei, so Botschafter von Fritsch, zu einem regelbasierten Umgang miteinander zurückzukehren. Nur wenn sichergestellt sei, dass nicht einfach das Recht des Stärkeren gelte, sei eine umfassende wirtschaftliche Integration möglich, von der dann alle Seiten profitieren könnten – die Geschichte der Europäischen Integration habe dies eindrucksvoll bewiesen.

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